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Studienreise Türkei, Reisebericht Istanbul mit via-cultus

Studienreise Türkei, Reisebericht Istanbul mit via-cultus
12.05.2015/ 0 Kommentar/in Studienreise Türkei/von via-cultus

 Ein Istanbuler Traum – Rosen in der Türkei Studienreise

 
Als wir am Nachmittag des  08. Juni Istanbul erreichen, werden wir von Herrn Nevzat Güney, dem Reiseveranstalter, der schon einige Tage vorausgefahren war, um offizielle Termine abzuklären, empfangen. Zum Hotel fahren wir über die Uferstraße, die auf beiden Seiten mit einem üppigen Blumenschmuck, überwiegend Rosen, neu gestaltet und bepflanzt wurde. Es sind überwiegend Rosen, wobei eine Sorte in einem kräftigen Rot, besonders auffällt. „Istanbuler Traum“ sagt unser Reiseleiter Sinasi. Das ist ein starker Eindruck und eine große Geste an die Nationalfarbendes Landes. Auf der linken Seite begleitet uns die alte Stadtmauer, rechts das Marmarameer mit seinen Schiffen. Dann das „Goldene Horn“ als eine große Einbuchtung zwischen zwei Stadtteilen. Nach einer Brücke wird die Straße 6-spurig. Wir erfahren, dass wir von unserem Hotel einen Blick direkt auf das Goldene Horn genießen können. Der Blick ist grandios, es gilt aber in angemessener Form, den Lärm der Straße zu ertragen. Istanbuls Lage auf seinen Hügeln, umflossen von Bosporus und Marmarameer ist phantastisch und wurde in Jahrhunderten von Dichten und Reisenden viel gelobt. Von Paul Bonatz, dem bekannten Architekten, der den jetzt gefährdeten Stuttgarter Bahnhof gebaut hatte, stammt der Ausspruch:“Istanbul ist nach Lage und Bauten wohl der märchenhafteste Platz der Welt.“
 

Studienreise Türkei - türkische Geschichte im Überblick


Die erste Besiedlung erfolgte ab 2000 v.Chr. durch indogermanische Hethiter. Von 1050-750 vor Chr. bestimmen die Griechen Politik und Kultur. Die kleinasiatisch-griechische  Tradition setzt sich in römischer Zeit fort. Diese Traditionen erhalten durch das Christentum  eine Bereicherung, die ihren Höhepunkt unter Kaiser Justinian (526-65) finden. Er ließ die Hagia Sophia  auf Mauern eines Vorgängerbaues, zu einem der bedeutendsten Bauwerke des Christentums errichten. Ihre Wirkung auf heutige Besucher ist mit Worten kaum zu beschreiben, man ist vom Innenraum total überwältigt und ergriffen. Die Byzantinische Kultur wird als Glanzzeit der oströmischen Kirche angesehen. Der 4. Kreuzzug führt für Byzanz zu einer Katstrophe. Eingriffe in die Bausubstanz und flächenhafte Zerstörungen stellen einen unwiederbringlichen Verlust dar. Das „Goldene Zeitalter“  findet sein Ende 1453 mit der Eroberung  Konstantinopels durch die Osmanen. Durch ihre Streitkraft, verbunden mit enormer Kampfeslust, erfolgt ein schneller Aufstieg zur Weltmacht. Die Gebietseroberungen richten sich nach Norden und Westen. Das Ziel, die Eroberung Wiens, wird durch  Prinz Eugen und den badischen Prinz Ludwig(Türkenlouis), vereitelt.  Nach den Kriegen entstehen im ganzen Land großartige Bauten, wie z.B. die Blaue Mosche und der Topkapi-Palast. Erwähnt werden muss auch das Mevlana-Kloster in Konya mit dem grünen Dach über dem Grab des berühmten Philosophen, Theologen und Dichters Rumi. Zu Beginn des 18.Jh., während der Tulpenperiode, nähert sich die Kunst dem europäischen Rokoko an, was zu einer gegenseitigen Befruchtung führt. Das Türkenzelt und der Kiosk finden Eingang in die europäische Gartenkunst. Mozarts „Entführung aus dem Serail“ stellt in der Begeisterung einen Höhepunkt dar.
Bedeutende Persönlichkeiten waren: Alexander der Große (356-323 v.Chr.)
                                                          Mevlana Rumi (1200-1273)
                                                         Mehmet II. (1432-1481)
                                                         Sülyman I. (1494-1566)
                                                         Kemal Atatürk (1880-1938)
Von Letzterem haben wir auf langen Busfahrten, von unserem Reiseleiter Sinasi, viele Details seines Lebenslaufes  gehört. Ganz zweifellos ist er eine der bedeutendsten politischen Persönlichkeiten des  20. Jahrhunderts. Ich meine es lohnt, sich mit ihm intensiver zu beschäftigen.
 

Die Stadt Istanbul besuchen und Kultur erleben


Der interessanteste Teil Istanbuls, die Altstadt,  befindet sich  südlich des Goldenen Horns, umgeben von einer Stadtmauer. Im Innern der Stadt erhielt sich eine alte und bedeutende Bausubstanz, mit Plätzen und Gärten, in denen die Rosen auffallend sind. Der Individualverkehr wurde weitgehend reduziert. Touristenbusse müssen eine Maut bezahlen. Am ersten Abend erleben wir bei einem Spaziergang die Stadt optimal beleuchtet. Die Prachtbauten sind geschützte Denkmäler und kamen so besonders gut zur Wirkung. Moderne Bauten sind kaum anzutreffen und fallen nicht auf, da sie zurückhaltend gestaltet sind. Die typischen Holzhäuser sind in den letzten 40 Jahren  stark dezimiert worden. Die noch vorhandenen werden jedoch restauriert. Die alten Paläste, die sich am Bosporus befinden,  werden meist museal genutzt. Holzvillen in diesen bevorzugten Lagen befinden sich in Privatbesitz und sind nicht zugänglich. Erwähnen möchte ich noch den alten Bahnhof Sirkeci, Station des Orientexpress. Mit gleichem Namen befindet sich im Erdgeschoss  ein originelles Restaurant, in dem viele berühmte Persönlichkeiten des 20 Jh. auf ihren Fotos weiterleben. Istanbul war schon immer eine wichtige Weltstadt, in den letzten Jahrzehnten ist sie explosionsartig gewachsen.
Jahr      0    ca. 20.000
        1.000    ca. 500.000
        1900    ca.  1.100.000
        1950    ca.  1.000 000
        1960    ca.  1.500 000
        1970    ca.  2.500 000
        1980    ca.  2.700 000
        1990    ca.  6.600 000
        2000    ca.  8.800 000
        2010    ca.  14 Millionen
Die gewaltige Zunahme der Bevölkerung führte zu unlösbaren Problemen. Während in den Randbereichen ständig neue Stadtteile entstehen, hinkt die Verkehrsplanung weit hinter her. Autobahnartige Straßenplanungen zerstören das Stadtbild, ziehen den Verkehr an und führen zeitweise zu einem Dauerstau. Auch die zweite Bosporus-Brücke löste die Probleme nicht. Istanbul wurde 1984 zum Weltkulturerbe ernannt. 2010 wurde sie Kulturhauptstadt Europas. Alle diese Auszeichnungen machten sie noch interessanter und vergrößerten die Probleme. Die geplante Untertunnelung des Bosporus für Straßen und U-Bahn stoßen immer wieder auf Fundamente früherer Zeiten, sodass der Denkmalschutz ständig gefordert ist.
 

Besuch in der Gartendirektion Istanbul


Gleich zu Beginn unserer Rosenreise hatten wir eine Verabredung in der Gartendirektion mit dem Direktor, Herrn M. Ihsan Şimsek. Er gab uns einen Einblick in die Struktur und die Aufgabenbereiche der Grünplanung in Groß-Istanbul.
Im Gartenamt sind 602 Fachkräfte beschäftigt, davon 300 als Gärtner, zusätzlich 4 000 Leiharbeiter für die Pflege, überwiegend Frauen. Das Budget des Gartenamtes, für Gärten und Forst beträgt  heute    100 Millionen Euro im Jahr.
2004 gab es 30 Mil.qm Grünflächen, 2011 werden es 77 Mil.qm sein, dies entspricht 6 qm/ Einwohner. Das Ziel sind 10 qm/E, also fast eine Verdoppelung. An den Straßenrändern gibt es 220 km Grünstreifen, die überwiegend mit Rosen und Sommerblumen bepflanzt sind. Letztes Jahr kamen 1 Mil. qm hinzu. In jedem Jahr werden 1 Mil. Rosen für die Stadt kultiviert.
Jedes Jahr blühen in den Monaten März/April 10 Mil. Tulpen. Früher wurden Zwiebeln in Holland gekauft. Inzwischen werden alle Tulpenzwiebeln  in der Türkei kultiviert und auch neue Sorten gezüchtet. Diese Leistungen werden von der Bevölkerung anerkannt und sehr geschätzt, es gibt kaum Vandalismus, alles wirkt sehr sauber. Bei Verlust, z.B. Diebstahl, werden die Lücken sofort wieder bepflanzt. Alle Grünflächen sind betretbar.
Istanbul hat einen großen Bestand alter Bäume, meist Platanen, die alle unter Denkmalschutz stehen und besonders gepflegt werden. Über diese Arbeiten gibt es ein sehr informatives Buch, das uns übergeben wurde. In den nächsten 10 Jahren sollen 11 Millionen neue Bäume gepflanzt werden. Wie ist das alles zu schaffen? Den Anstoß gab das Prädikat “Europäische Kulturhauptstadt für 2010“. Die Defizite wurden erkannt und als deren Folge setzte eine intensive Planung ein, aber auch der Aufbau einer Baumschule wurde beschleunigt. Davon profitierte vor allem die Bevölkerung aber auch ganz wesentlich der Tourismus.
Im Anschluss an dieses sehr interessante Gespräch und den Einblick in Planung und Organisation, besichtigen wir die städtische Baumschule, gelegen in einem Tal, etwa 10km vom Zentrum entfernt. Die Quartiere  mit den Bäumen, alle in Containern, ca. 10-15 Jahre alt und überwiegend Sorten die wir auch verwenden sind vorbildlich. Auf dem gleichen Gelände stehen, ebenfalls in Containern , 1 Million Rosen auf großen Flächen, jeweils immer nur eine Sorte, voll in Blüte. Dies ist sinnvoll, da sie kurzfristig zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden können. Zu unserem großen Erstaunen erfahren wir, dass es sich ausschließlich um Sorten des Züchters Meilland handelt. Die Sorte, die im Stadtgebiet überwiegt, trägt den Namen „La Sevilliana“,. Weitere Sorten sind: Tequila, Magic Meileandecor, Cherry Meileandecor,  Ice Meileandecor, Carte d´Or, Istanbuler Traum (rosa gefüllt, aber nicht so üppig), Caprice, Christophe Colombe, August Renoir, Philippe Noiret, Louis de Funes, Frederic Mistral, Lanina und Papa Meilland.
Wir erhalten nach der Besichtigung, beim Tee in einem Kiosk, Kataloge und verschiedene wertvolle Bücher, die die Arbeiten des Gartenamtes dokumentieren. Im Anschluss daran fahren wir auf Einladung des Gartenamtes zum Bosporus in ein schönes Fischrestaurant.
Am Nachmittag besichtigen wir den Topkapi-Palast mit seinen umfangreichen Gärten. Auch hier dominieren die Rosen. Raumbildend sind  die sehr alten Platanen. Dieser Garten besitzt viele Brunnen, Höfe und intime, sehr schön bepflanzte kleine Gärten. Der Garten ist so beliebt, dass der Hauptstrom der Touristen sich hier zu treffen scheint. In den letzten Jahren sind im Bereich der Stadtmauer, neben ganz alten Gemüsegärten, auch neue Grünanlagen entstanden. Sie machen einen etwas verlorenen Eindruck und mit ihren lauten Farbkontrasten wollen sie sich nicht so richtig in die alten Strukturen des osmanischen Reiches passen.
 
Am nächsten Morgen besichtigen wir den Botanischen Garten auf der anatolischen Seite. Er wurde von einem Privatmann, in Erinnerung  an seine früh verstorbene Frau, gestiftet. Er trägt auch die Kosten der Unterhaltung. Da der Grund und Boden sehr kostspielig ist, wurde der Garten auf den Freiflächen eines Autobahnkleeblattes errichtet. Zunächst klingt dies grotesk. Doch sind Erdmodellierung  und  Bepflanzung so geschickt genutzt worden, dass man von Verkehr und Lärm kaum etwas spürt. Wir werden vom Direktor und seiner Mitarbeiterin, einer Landschaftsarchitektin, empfangen und geführt. Viele Pflanzen sind uns gut bekannt, interessant sind aber die Abteilungen der typisch türkischen Pflanzen. Das ganze Sortiment der Zwiebelgewächse ist leider weitgehend verblüht. Aber die Prachtstauden, insbesondere  Campanula, Phlomis, Papaver, Lavendel, Salvien, Phlox und auch Gräser, wie Stipa, sehen prachtvoll aus. Es gibt auch einen kleinen Rosengarten, leider ohne Etiketten, einige Sorten können wir aber erkennen, z.B. Leonardo da Vinci und Frederic Mistral. Aber wer kennt schon alle Sorten in einem fremden Garten.
Die einzelnen Gärten im Kleeblatt sind durch Tunnels verbunden.  In einem langen Gang befindet sich eine sehr schöne Dokumentation über Gartenkultur und Gartenkunst früherer Zeiten.             Englischer Titel: „Gardens and Flowers of Istanbul“. Der Katalog zur Ausstellung ist ein Beitrag der Kulturstiftung und des Gartenamtes zum Jahr der Kulturhauptstadt 2010. Er selbst ist auch ein Kunstwerk. Viele Rosenfreunde kaufen ihn. Einige markante Beispiele sind dem Reisebericht beigefügt. Viele dieser Bilder befinden sich auch in anderen Publikationen. Ganz zum Schluss sehen wir ein Beispiel eines typisch osmanischen Gartens in einer Rekonstruktion mit Stilelementen, die auch im Katalog abgebildet sind. Auffallend sind die Verwendung  des Wassers in Form einer spiralförmigen Quelle und  ein Wasserlauf, der in einem Becken endet. Sowie ein zentral angeordneter Pavillon, umgeben von Hecken, der als Aufenthaltsort dient.  Der Blumenschmuck besteht hauptsächlich aus Tulpen und Rosen. Auf der ganzen Studienreise haben wir kein vergleichbares Beispiel gefunden. Wir erfahren, und dies habe ich in dem Buch: „Der Islamische Garten“, von Attilio Petruccioli, nachgelesen, dass keine Gärten vor dem 18Jh. erhalten blieben. Mir fiel aber auf, dass osmanische Gärten den persischen ähneln. Die Quellen dieser Kunst sind auf Darstellungen alter Gemälde, in Büchern und Palästen zu finden: Orte der Kontemplation und des Gesprächs. Wahrscheinlich auch in den alten Holzvillen am Bosporus, die man manchmal in Filmen zu sehen bekommt: von außen bescheiden, innen aber dezent,  die ganze orientalische Prachtentfaltung.
 

Der Istanbuler Rosengarten auf der Anatolischen Seite


Der Rosengarten wurde im Jahre 2002  nach klassischen europäischen Vorbildern mit Wasserachse, Brunnen und Pergolen angelegt. Umgeben ist er mit einem dekorativen Eisenzaun. Die Rosen sind in großen Beeten flächig aufgepflanzt und haben eine starke Farbwirkung. Sie sind  gesund, kräftig im Blatt und stark in der Pflanze. Diese Qualität trifft man in unseren Gärten nur selten an. Der Boden besteht aus einem fetten Lehm. Die Entwicklung der Blüten entspricht zeitlich etwa dem Blütenbeginns wie bei uns, Mitte Juni. Das Klima ist aber insgesamt milder und wahrscheinlich gibt es zu dieser Jahreszeit keine großen Temperaturschwankungen, wie wir sie immer wieder erleben. Wir werden von einem Mitarbeiter des Gartenamtes gegrüßt, der aber leider unsere Fachfragen nicht beantworten kann. Unverständlicher Weise haben auch diese Rosen keine Etiketten, viele sind uns aber bekannt. Die Suche nach einer Fachkraft blieb erfolglos. In einem Büro des Gartenamtes, unter einem großen Maulbeerbaum, dessen weiße Früchte sehr schmackhaft waren, werden wir als Entschädigung zum Tee eingeladen.

Die Prinzeninseln


In der Literatur werden die 9 Prinzeninseln, etwa zwei Bootsstunden von Istanbul entfernt, im Marmarameer sehr gepriesen und verehrt. Sie sind  Orte der Schönheit und der Erholung. Ihr Name soll sich aus dem Griechischen ableiten, zur Zeit Justinians II. im 6Jh. wurden sie „Prinkiko“ genannt. Im Mittelalter gab es auf den Inseln viele Klöster. In Byzantinischer  Zeit wurden sie als Verbannungsorte für unerwünschte Fürstlichkeiten genutzt. Seit dem 19Jh. sind sie bevorzugte Wohnorte, insbesondere für Sommerresidenzen reicher Leute. Die Häuser, überwiegend im alten Stil, bestehen aus Holz und erinnern an die Bäderarchitektur europäischer Kurorte: Historismus, Jugendstil und Art Deco. Sie sind weiß gestrichen und bilden so ein geschlossenes Ortsbild, das sehr sympathisch wirkt. Die Gärten sind üppig mit großen Mittelmeer-Bäumen bepflanzt. Die starke Farbigkeit bewirken die Rosen aus neuerer Zeit. Es scheint ein idealer Ort für Ferien zu sein. Auf den Inseln gibt es keine Autos. Die einzigen Verkehrsmittel sind Pferdekutschen und Fahrräder. Es gibt viele Restaurants, Hotels und Ferienwohnungen. Wir besuchen die Stadtverwaltung. Da der Bürgermeister verhindert ist, erfahren wir nur wenig über die Gartensituation. Ein für uns bestellter Führer, hat unsere Wünsche offensichtlich nicht richtig verstanden. Er führt uns zu einem Haus in landschaftlich schöner Lage mit einem Garten, der aber keine Gestaltqualitäten aufweist. Schön ist nur die abgelegene Situation und der Blick auf einen Teil der anderen Inseln im Marmarameer. Hier hätten wir ein schönes Hotel in Meeresnähe haben sollen.
Das Abendessen nehmen wir wieder in Istanbul in dem historischen Bahnhof im Restaurant „Orientexpress“ ein. Kaiser Wilhelm II.  soll hier auch gern gespeist haben.
Am nächsten Morgen besichtigen wir die „Blaue Moschee“ und die „Hagia Sophia“, die beide das Stadtbild von Istanbul beherrschen. Sie sind verbunden durch einen großen Platz, der gerade nach Plänen des Gartenamtes restauriert  wird. Verwendet werden graue Granitplatten, die besonders bearbeitet sind und in einem dekorativem Muster verlegt werden. Der Platz hat ein leichtes seitliches Gefälle, so dass keine Regenabläufe notwendig sind. Diese  Einfachheit erhöht die Großzügigkeit. Auf dem Platz steht ein Obelisk und ein schöner Brunnen, ein Geschenk Kaiser Wilhelm II. Auf den Beeten zwischen den befestigten Flächen stehen die schon oft erwähnten roten Rosen.  Auf der südlichen Seite des Platzes die Blaue Mosche, etwas kühl, aber mit dem leeren Raum, belegt mit Teppichen, beeindruckend. Auf der nördlichen Seite die Hagia Sophia, umgeben von Gärten, die überwiegend sparsam, aber sehr schön mit neuen Rosensorten, bepflanzt sind. Der Innenraum hat eine Ausstrahlung, die unvergessen bleibt. Der gesamte Bereich bildet einen schönen und urbanen Stadtraum und ist Treffpunkt aller Touristen. Ich meine, dass Istanbul ein Ziel des internationalen Bildungstourismus ist und immer wieder besucht werden sollte.
 

Die Fahrt durch Anatolien zur Rosenschule Ekerlerrosen


Am späten Vormittag verlassen wir Istanbul über die Europabrücke, die mit ihrer Zwillingsbrücke das Stadtbild und den Landschaftsraum des Bosporus bestimmt. Mit einer Fähre, die eine große Ausbuchtung des Marmarameeres mit der anderen Seite verbindet, erreichen wir Yalova und fahren weiter nach Bursa, wo wir in der Rosenschule „Ekelerrosen“ erwartet werden. Wir werden vom Chef, Herrn Ahmet Eker, empfangen und erhalten eine Einführung über die Entwicklung des  Betriebes und des Rosensortiments. Der ursprünglich  landwirtschaftliche Betrieb besteht seit mehreren Generationen auf sehr fruchtbarem Boden. Herr Eker begann vor 10 Jahren mit der Rosenkultur in Verbindung mit Firma Kordes. In seinem Schaugarten steht ein großer Teil des aktuellen Sortimentes, dass wir kennen. Natürlich tragen alle Rosen Etiketten und es gibt auch einen entsprechenden Katalog, der ein hilfreicher Führer ist. Wir haben nun unser „Rosen-Mekka“ erreicht. Neue Sorten sind: Black Forest Rose, Out of Rosenheim, Novalis, Apache, um nur einige zu nennen. Herr Erker teilt mit, dass er im Sortiment nur Kordes-Rosen führt und die ganze Türkei beliefert. Er vermehrt im Jahr etwa 1 Million Rosen und setzt diese Menge auch ab. Originell und auffallend ist die Sorte „ Abrakadabra“ in den Farben rot und schwarz, eine typische Liebhabersorte, die, wie sich in einer Diskussion herausstellt, nicht jedermanns Geschmack ist.
Inzwischen ist es später Nachmittag geworden, einige Rosenfreunde verspüren einen Drang, den Bazar in Bursa zu besuchen, andere möchten lieber die großen Felder, auf denen kultiviert wird, besuchen. Sie befinden sich etwa 30km südwärts auf einer völlig ebenen Fläche, die vor langer Zeit ein See war, mit den besten Böden. Die Felder sind so groß, dass eine Begrenzung nicht auszumachen ist. Wir sehen  Felder mit verschiedenen Unterlagen, aber auch die Okulanten, deren Blüte gerade beginnt. Unter einer schattierten Halle stehen Neuheiten, die noch keinen Namen haben. Wir sind vom Umfang der Anlage und von der Qualität beeindruckt.
Als Gastgeschenk haben wir immer ein Rosenjahrbuch dabei, das viel Anklang findet. In den Fachgesprächen erklärt Herr Eker, dass er Mitglied in unserer Rosen Gesellschaft werden möchte. Ein weiteres Ziel unserer Studienreise ist,  dass aus diesen Verbindungen in absehbarer Zeit auch eine Türkische Rosengesellschaft  gegründet wird.
Der nächste Tag führte uns durch eine herrliche Landschaft , bestimmt von einer Hochebene mit Feldern, Wiesen, Mohnplantagen und riesigen Flächen, auf denen eine große Zahl verschiedener Blumen und Kräuter blühten, wie Kamille, Campanula, Borretschgewächse, Stipa, orangefarbener Mohn, Ackerunkräuter und Gräser. An derart interessanten Stellen musste unser Bus natürlich eine Fotopause einlegen. Wir hatten den Eindruck, dass diese Landschaft weitgehend sich ungestört entwickeln kann. Hin und wieder sahen wir Nomadenzelte. Von Sinasi erfuhren wir, dass sie seit Jahrtausenden im Sommermit Zelten in der Landschaft umherziehen, nur im Winter bewohnen sie feste Häuser in den Dörfern. Am frühen Nachmittag erreichen wir Isparta.
 

Die Rosenstadt Isparta


Isparta war ein weiteres wichtiges Ziel unserer Reise. Wir werden am verabredeten Ort von der Gartendirektorin, Frau  Fehra Ayter empfangen. Nach einer Begrüßung unternimmt sie mit uns eine Stadtrundfahrt und wir erleben, dass alle Mittelstreifen und die gibt es in fast jeder Straße, mit Bodendeckerrosen  bepflanzt  sind. Dazu auch Straßenbäume. Die Üppigkeit überzeugt. Ich musste immerzu an unsere Rosenstädte denken, in denen es noch so viel Arbeit gibt. Besonders üppig waren Kleinstrauchrosen an einem Wasserlauf.  Erste Felder mit Damascener-Rosen sahen wir in den Randbereichen der Stadt zwischen den Wohnhäusern. Wir fahren zu einem kleinem See und werden zum Tee eingeladen. Hier trifft sich ein großer Teil der Bevölkerung am Sonntagnachmittag zum Freizeitvergnügen mit der Familie beim Grill und Spiel. (Des Volkes ganzer Himmel, ich musste an den Tiergarten in Berlin denken). Wir besuchen noch ein Geschäft, in dem alles, was in Verbindung zu Rosen steht, vorhanden ist. Gern würden wir beim Pflücken der Rosenblüten dabei sein, aber das beginnt schon vor Sonnenaufgang und bedeutet, früh aufstehen. Nicht alle sind davon begeistert, doch letztlich sind alle einverstanden. Ganz früh holt uns Frau Ayter vom Hotel ab und wir fahren zu einem Bereich, wo nur Rosenfelder zu sehen sind. Die Besitzerin, Frau Emine Cobanoglu mit ihrem Mann, hat uns schon mit einer Vielzahl von Körben und Kanistern erwartet und noch vor Sonnenaufgang sind die Rosenfreunde, emsig wie die Bienen, im Feld und Pflücken die vollen und etwas feuchten Blütenblätter. Nach einer Stunde hat jeder sein Gefäß gefüllt und kommt voller Stolz zu Sammelplatz. Die Chefpflückerin Emine war von unserem Fleiß ganz begeistert und hat immer gelächelt. Dann kamen andere Rosenbauern mit kleinen Pferdewagen und es gab einen richtigen Auflauf. Vor Begeisterung wurden Rosenblütenblätter in die Luft geworfen und alle waren sehr glücklich. Wir erfuhren, dass die Ernte etwa vier Wochen dauert und die Felder eine Familie ernähren. Das war ein Erlebnis, dass so schnell niemand vergisst.
 

Konya - die alte Hauptstadt des Seldschukenreiches


Wir fahren auf der alten Seidenstraße nach Osten, vorbei an ehemaligen Karavansereien und erreichen gegen Mittag Konya, eine Provinzhauptstadt mit 580 000 Einwohnern, 1016m ü.NN. gelegen. Sie war die wichtigste östlich gelegene Stadt am Kreuzpunkt wichtiger Handelsstraßen. Sie liegt im Steppenhochland und lebt von Landwirtschaft und Handel mit Weizen, Obst, Viehzucht und Teppichknüpferei.  Von den Produkten soll schon Marco Polo begeistert gewesen sein. Die pastellfarbigen Konya-Teppiche mit ihren Blumenmustern zählen zu den schönsten des Landes. Das berühmteste Bauwerk  ist das Mevlana-Kloster des Derwischordens. Hier befindet sich das Grab des Philosophen und Theologen Mevlana Celaleddin Rumi unter dem grünen Kegeldach. In einer kleinen Kapelle befindet sich der schönste Teppich mit Motiven von Rosenbeeten auf leicht grünem Untergrund.  Fotografieren war verboten, wahrscheinlich wegen der besonderen Lage auch gar nicht möglich. Eine Abbildung in einem Buch oder Postkarte gibt es nicht, schade. Sein Grabspruch lautet:
„Sucht unsere Gräber nicht auf der Erden – unsere Gräber sind in den Herzen der Erlauchten“.
In einer Buchhandlung fand ich ein Büchlein von Prof. Erkan Türkmen mit Sinnsprüchen von Rumi.
Sei bescheiden, so wirst du göttliche Gnade erreichen
Willst du, dass man dir das Wasser göttlicher Gnade reiche,
sei sanftmütig und bescheiden.
Trinkst du den Wein göttlicher Gnade,
wirst du trunken und schwach.
Tu ab allen Zweifel und Argwohn
auf das du die himmlischen Klänge
zu hören vermagst.
Der ganze Klostergarten ist voll mit Rosen in allen Farben und Sorten bepflanzt. Auf den Bänken sitzen die Besucher, die sich an der Pracht der Rosen und des besonderen Ortes erfreuen. Von Herrn Güney erfuhr ich durch Übersetzung des Textes auf einer Tafel, dass dieser Klostergarten 2011 die Auszeichnung des „schönsten Rosengartens der Türkei“erhalten hat.
 

Kapadokien – Land der grotesken Felsformationen und des Weltkulturerbes


Auf dem Weg nach Göreme besichtigen wir die „unterirdische Stadt“, die in der Zeit der Christenverfolgung als Schutz- und Fluchtort gebaut wurde. Der Abstieg ist mühsam und etwas unheimlich und hinterlässt keine bleibenden Eindrücke. Auch die Tuffsteinkegel, die vulkanischen Ursprungs sind und durch Erosion entstanden sind, wirken wie  ein  groteskes Naturschauspiel. Die Einmaligkeit zieht Touristen an und hat wohl deshalb zum Weltnaturerbetitel geführt. Wir besuchen eine Familie, die in einer Felsenwohnung lebt, sitzen auf Teppichen am Boden und trinken Tee. Auch in diesem Raum ist es bedrückend. Die Besitzerin erklärt, dass dies eine Sommerwohnung ist. Im Winter stellt sie sehr originelle Handwerksarbeiten her, die wir ihr abkaufen. Unser Hotel, inmitten dieser Landschaft ist gut und zeichnet sich besonders durch originelle und schöne Zimmer aus, wohl eine Errungenschaft des Tourismus. Sehr originell ist eine, ganz in den Felsen geschlagene, Frühchristliche Kapelle mit beeindruckenden Fresken. Fotos sind leider nicht erlaubt. Bei der Cousine unseres Führers haben wir uns zum Essen angemeldet. Für ein Picknick im Garten ist das Wetter zu schlecht. An der langen Tafel, gedeckt mit Fleisch, Salaten und Rotwein, kann man es bei Regen gut aushalten. Am Nachmittag besichtigen wir ein Teppichinstitut, das im Programm nicht vorgesehen war, aber bei jeder Orientreise wohl obligatorisch ist. Der Vortrag eines Spezialisten, der in Mannheim studiert  hat, ist exzellent, die ausgerollten Teppiche in Muster und Qualität überwältigend. Doch das Interesse unsererseits ist sehr gering. Zu sehr hat sich unsere Wohnkultur gegenüber dem 19Jh. geändert. Enttäuschung steht im Raum. Herr Vremec konnte sich aber doch noch für einen Teppich erwärmen.
 

Die Landschaft auf dem Weg in den türkischen Norden mit Ziel Ankara


Auf dem Weg nach Ankara fahren wir durch eine karge aber schöne und abwechslungsreiche Steppenlandschaft vor abgeflachten Hügelketten, die dunkel den Horizont verstellen. Immer wieder tauchen alte Karawansereien auf, wir sind immer noch auf der Seidenstraße. Eine Mittagspause, mit sehr merkwürdigen Speisen, machen wir an einem Salzsee mit Namen „Tuz Gälü“.
Ankara beginnt mit ausufernden Fabriken und Hausgruppen, offensichtlich ungeplantes Wachstum. Die Autobahn führt durch das Stadtzentrum. Alles sieht im Gegensatz zu anderen Städten sehr neu aus. Wir besuchen den Altinpark, eine Mischung  aus Gartenschau, Freizeitanlagen und Messehallen. Wir sind enttäuscht, da wir uns den Park ganz anders vorgestellt hatten. Unsere bestellte Führerin ist völlig überfordert und kann uns keine Fragen beantworten, weder zu den Rosen, wieder ohne Namensschilder, noch zu den Bäumen, die alle starke Sonnenbrandschäden an der Rinde haben. Ein totaler Unterschied zu Istanbul. Wie wir aber von Herrn Güney hören, soll der Park hohe Auszeichnungen erhalten haben. Nach kurzer Zeit verlassen wir das Gelände und fahren zur Burg, dem  Ursprung Ankaras mit den typischen Holzhäuser, die gerade restauriert werden und kleinen Gärten. In der Nähe befindet sich ein archäologisches Museum mit einer Skulpturensammlung im Freien und einer stattlichen Anzahl von voll blühenden Strauchrosen. Am nächsten Morgen fahren wir nach Safranbolu, 30km vor der Schwarzmeerküste. Wir nähern uns dem Küstengebirge, das fast so aussieht wie viele Bereiche im Schwarzwald. Auf den Hängen sehen wir viele Strauchrosen in rosa und roten Tönen, deren Wuchs auf Rosa canina hindeutet. An einen Halt ist auf dieser Schnellstraße leider nicht zu denken.
 

Türkische Kulturstadt Safranbolu


Safranbolu empfängt uns mit einem geschlossenen Stadtbild, bestehend aus gleichartigen Holzhäusern, in einer leicht hügeligen Landschaft. Der Name kommt von Safran, einem begehrten Krokus, der im Herbst blüht und hier beheimatet ist. Der gelbe Blütenstaub gehört zu den begehrtesten Gewürzen und wir seit Jahrhunderten hier geerntet. Die Stadt ist mir seit langem aus der Baugeschichte bekannt. Vor Jahren kaufte ich das Buch „ Das Alttürkische Wohnhaus“ von Prof. Önder Kücükerman.  In dem Buch werden die ganze Geschichte und die einzelnen Varianten vom Nomadenzelt bis zum differenzierten Haus dargestellt.
Die Mehrzahl der Häuser, auf quadratischen Grundriss, stammt aus dem 18.Jh., also der osmanischen Zeit. Sie haben sich so lange erhalten, da sie erdbebensicher gebaut wurden. Wir erfahren, dass sie kein übliches Fundament haben, sie stehen flach auf dem Boden auf einer Gleitschicht, die aus einer Mischung von Lehm und Eiweiß besteht. Der Fachausdruck heißt freilagernd.  In gleicher Weise wurde auch das Fachwerk ausgemauert. Diese Art der Holzbauweise kommt im ganzen Schwarzmeergebiet vor, sie hat sich aber nirgends so gut erhalten wie hier. Aus diesem Grund  wurde die Stadt 1998 mit dem Titel „Weltkulturerbe“ ausgezeichnet. Wir werden von dem verantwortlichen Denkmalpfleger an einem ehemaligen Adelspalast empfangen und in einen besonderen Empfangsraum geführt. Einen derartigen Raum hatten wir noch nie gesehen. Er enthält in der Mitte ein großes quadratisches Wasserbecken. Am Rand befindet sich eine durchgehende Sitzbank, ähnlich einem Diwan mit Messingtischen für Teeservice oder anderem Geschirr. Die Decke des Raumes besteht aus Holz mit feinem Schnitzwerk. Der Raum dient hauptsächlich für Empfänge oder Männergesellschaften. Wenn es sehr fröhlich zu geht, kann in dem Becken auch gebadet werden. Im Garten der Villa werden wir später essen. Es gibt im Haus auch Übernachtungsmöglichkeiten. Zunächst starten wir zu einer ersten Stadtbesichtigung, die uns von einer Überraschung zur nächsten führt. Die Gassen sind schmal und gepflastert und werden von Holzhäusern gesäumt, die alle ähnlich aussehen, aber doch ganz verschieden im Detail sind. So lebendig sollten alle unsere Wohngebiete sein! Hier kann man studieren, was alte Kulturen hervorgebracht haben. Es gibt die Handwerkergassen der verschiedenen Zünfte, die Töpfer, Weber für Wollsachen, die Winter sind schneereich und kalt, Lebensmittel, Gewürze, Kupfer, Messing, Holzwaren, Ackergeräte und vieles andere mehr. Es ist alles  kaum zu erfassen. Vor einem 400 Jahre altem Haus wird gerade ein Kulturfilm vorbereitet. Die originellen Statisten lassen sich gern fotografieren. Dieses illustre Treiben verlässt man ungern. Eigentlich wollte ich hier zwei Tage bleiben, aber das Programm lies dies nicht zu. Ich hatte mir auch vorgestellt, in so einem historischen Hotel zu übernachten, mit einer großen Gruppe gab es angeblich nicht genügend Zimmer. Unser Hotel, ein Nachbau, steht in der neuen Stadt und hat trotz Bemühung nicht die gewünschte Atmosphäre. Nach dem Essen im Garten, gehen wir erneut in die Stadt. Zunächst sehen wir ein weiteres Adelshaus in etwas einfacherer Bauweise aber noch viel origineller. Das Wasserbecken befindet sich im Obergeschoss. Es hat dünne Wände und ist seit vielen Jahrzehnten wasserdicht. Der Raum ist etwas kleiner, der Diwan ist breiter, mit einemTeppichbelegt, auch der Maßstab ist angenehmer. Hinzu kommt  die niedrige Holzdecke, mit einem Sonnenornament. Raumbestimmend ist ein großes Foto von Atatürk. Der Sohn des Hauses erklärt uns die Geschichte des Hauses und der Familie. Die Tradition berührt uns stark und wir sind der Meinung, dass dies ein großes Erlebnis der Studienreise ist. Anschließend besichtigen wir noch drei Gärten unterschiedlicher Qualität. Charakteristisch sind alte Nussbäume, kleine Badehäuser, Sitzgruppen, viele Rosen und Stauden, alles Gärten mit viel privater Atmosphäre. In einigen Häusern gibt es Gästezimmer. Am Abend besuchen wir ein Hamam und werden ordentlich durchgeknetet. Für einen weiteren Spaziergang, wir hatten längst noch nicht alle Bereiche gesehen, reicht  leider die Zeit  nicht mehr. Mein Eindruck: Safranbolu ist eine Studienreise wert, um hier in aller Ruhe eine Woche Ferien  zu machen und mit dem Zeichenblock die originellen Häuser zu studieren.
 

Die türkische Schwarzmeerküste


Am nächsten Morgen fahren wir 30km durch eine Gebirgslandschaft in Richtung Schwarzes Meer. In den Tälern hat sich Industrie angesiedelt, Bergbau mit Kohleförderung und an der Küste Stahl-und Eisengießereien für den Schiffbau und sehr viel Kleingewerbe, genaugenommen, eine völlig verbaute Landschaft, keine Idylle mit Badestränden und Erholung. Eine geeignete Badestelle und ein nettes Restaurant finden wir nicht. Die Küstenlandschaft ist mit Steilufer und Wäldern durchaus schön, aber in unserem Sinne nicht erschlossen. An den Hängen sehen wir immer wieder Haselnussplantagen, teilweise ungepflegt. Wir hören, dass die Nüsse nicht mehr genügend Ertrag bringen. Als wir dann doch eine halbwegs geeignete Stelle finden, heißt die Alternative baden oder essen. Die meisten hatten wohl Hunger. Das Baden im Schwarzen Meer soll köstlich gewesen sein. Wir verlassen die Küste und fahren auf der Autobahn in Richtung Istanbul, wo uns unser Abschiedsessen schon schmackhaft gemacht wird. Wir haben aber nicht mit dem Verkehr gerechnet: Feierabend, Freitagnachmittag und Ferienbeginn sind gegen uns. Alle wollen dem Moloch Großstadt entfliehen oder kommen von der Arbeit zurück. Für ca. 20km benötigen wir vier Stunden. Wir fahren deshalb gleich zum Essen, einem Straßenrestaurant auf der Fressmeile im dicksten Touristentrubel. Die Stimmung mit Musik, allerlei Kostümen und ein flanierender Querschnitt der gesamten Gesellschaft fand unterschiedliche Bewertung. Ich hatte von einer schönen und ruhigen Taverne am Bosporus geträumt. Die letzte Nacht verbringen wir wieder in dem schon bekannten Hotel. Bis zum Abflug am nächsten Nachmittag bleiben uns noch einige Stunden zum Bummel in der Innenstadt, die sich uns ganz neu erschließt und in sehr schöne Bereiche führt, frei vom Tourismus, elegant , mit schönen Geschäften und einheimischer Bevölkerung. Es geht auch anders, doch so geht’s auch.

Studienreise in die Türkei - Reisebericht Fazit

Die Türkei ist ein sehr schönes Land, sie wird aus unsere Betrachtungsweise, nach meiner Meinung, völlig unterschätzt. Sie hat, so wurde uns berichtet, eine Wachstumsrate von 11% und daher genügend Mittel für Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur. Diese Gelder sollen aus einer Luxussteuer gezogen werden. Die Menschen sind aufgeschlossen und nett. Die Landschaften sind schön und die meisten Städte haben ihren Charakter erhalten und Rosen blühen überall. Der „Istanbuler Traum“ wurde wahr und ist allgegenwärtig.



 
Von: Botanikern / Züchtern aus Baden-Baden


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